Delegationsreise nach London

Der Coesfelder Landtagsabgeordneten Henning Höne hat an einer Delegationsreise des Landtages Nordrhein-Westfalen nach London teilgenommen. Als Vorsitzender führte er mit weiteren Mitgliedern der Parlamentariergruppe NRW-Großbritannien unter anderem Gespräche mit Abgeordneten beider großen Parteien sowie mit Vertretern britischer Think-Tanks in der Deutschen Botschaft.

Höne schätzt die Stimmung als gespalten ein. „Die Konfliktlinien gibt es nicht nur zwischen den Konservativen und der Labour Party, sondern auch innerhalb der Parteien. Die Blockade im britischen Parlament führt zu großer Unsicherheit im Land. Das ist insbesondere für die Unternehmen im Vereinigten Königreich, aber auch in der EU, pures Gift“, sagt der Vorsitzende Parlamentariergruppe. Höne fügt hinzu, dass die umstrittene „Backstop“-Lösung für die irische Insel die Frage aufwirft, was ein Chaos-Brexit ohne Abkommen letztendlich für den Friedensprozess zwischen Irland und Nordirland bedeuten werde. „Ein Austritt ohne Abkommen kann also keinesfalls im Interesse der EU sein. Doch selbst mit einem Austrittsabkommen müssten in Großbritannien bis zum 29. März noch über 600 Gesetze innerhalb kürzester Zeit angepasst werden. Die Zeit drängt!“, warnt der Coesfelder.

Für Höne ist klar: auch wenn die Brexit-Entscheidung der Briten zu bedauern sei, müsse man sie respektieren. „Großbritannien wird auch nach dem EU-Austritt unser Nachbar bleiben und zu Nachbarn sollte man ein gutes Verhältnis pflegen.“ Wichtig sei es, im Gespräch miteinander zu bleiben und die engen Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und Nordrhein-Westfalen zu erhalten. Ein wichtiger Anknüpfungspunkt biete insbesondere der Erhalt und Ausbau von Austauschprogrammen zwischen Schülern, Auszubildenden und Studenten dies- und jenseits des Kanals. „Wir ermutigen darum die Schulen im Kreis Coesfeld: Knüpft neue Kontakte zu britischen Schulen, gerade vor dem Hintergrund des bevorstehenden EU-Austritts! Gute internationale Beziehungen leben weniger von politischen Gipfeltreffen in Berlin, Brüssel oder London, als vielmehr von Freundschaften zwischen Menschen“, so Höne.

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