Verbraucher haben Anspruch auf Transparenz

Die Verbraucherzentrale NRW bemängelt in einer Studie Defizite bei der Kundeninformation der nordrhein-westfälischen Grundversorger. Nach Angaben der Verbraucherzentrale seien die Preiserhöhungen der Grundversorgungstarife in über 50 Prozent der Fälle nicht stichhaltig begründet und die Verbraucher nur unzureichend informiert worden.

 

„Preisaufschläge müssen zutreffend begründet und Tariferhöhungen ganz klar als solche bezeichnet werden. Darauf haben die Verbraucher einen Anspruch. Auch der Hinweis auf das gesetzliche Sonderkündigungsrecht sollte selbstverständlich sein. Hier muss im Sinne der Verbraucher nachgebessert werden“, erklärt Henning Höne, verbraucherschutzpolitischer Sprecher der FDP-Landtagsfraktion.

Infolge der Erhöhung von EEG-Umlage und Netzentgelten wurden in diesem Jahr auch flächendeckend die Grundversorgungstarife angehoben. Insoweit dürfe die Aussagekraft der bisher ersten und punktuellen Zusammenstellung der Verbraucherzentrale jedoch nicht überschätzt werden, warnte Höne. Für die Weitergabe der Kosten und deren Höhe gäbe es viele Ursachen, die im reinen Preisvergleich nicht deutlich werden könnten. So sei es möglich, dass Grundversorger bei der letzten Erhöhung nicht mitgezogen haben, oder mögliche gesunkene Beschaffungskosten durch gestiegene Betriebskosten aufgezehrt wurden.

„Inwiefern einzelne Erhöhungen tatsächlich unangemessen sind, muss im jeweiligen Einzelfall bewertet und von der Aufsichtsbehörde geklärt werden. Da aber Grundversorgungstarife oft teurer als andere Tarife sind, ist eine angekündigte Preiserhöhung schon deshalb ein guter Anlass, einen Tarif- oder Anbieterwechsel beim Strom zu prüfen. Das geschieht noch viel zu selten, darum sollten hier Maßnahmen zu mehr Wettbewerb im Sinne der Verbraucher geprüft werden“, erklärt Henning Höne. Rund 40 Prozent der Haushalte in NRW beziehen Strom über einen Grundversorgungstarif.

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