Werkstattgespräch: Wie sicher sind unserer Lebensmittel?

Als Referenten hatten die Liberalen Reiner Limbach, Beigeordneter im Landkreistag NRW, Klaus Hübenthal, Hauptgeschäftsführer DEHOGA NRW, Klaus Müller, Vorstand der Verbraucherzentrale NRW sowie Michael Radau, Vorstandsvorsitzender SuperBioMarkt AG eingeladen.

 

Einig waren sich die Teilnehmer, dass die Sicherheit von Lebensmitteln generell sehr gut ist. Unstrittig war auch, dass sogenannte Skandale nie vollständig vermieden werden können. Auch die große Bedeutung der Eigenkontrolle der Betriebe unterstrichen alle Referenten. Befürwortet wurde ebenso eine bessere Information der Verbraucher, so dass sie eigenverantwortliche Entscheidungen treffen können.

„Die Lebensmittelkontrolle ist insgesamt gut“, betonte Reiner Limbach. Die Kommunen kämen ihrer Pflicht gewissenhaft nach, unabhängig von der Größe des zu kontrollierenden Betriebs. Bewertungssystem wie Hygiene-Ampel oder Smileys steht der Beigeordnete kritisch gegenüber. Er sprach sich für einen aufgeklärten Verbraucher aus, der bewusste Entscheidungen für bestimmte Lebensmittel trifft.

Klaus Hübenthal vertrat die Auffassung, dass Vorbeugen besser als Heilen ist. Die Hygiene-Nachweise seien in ihrer aktuellen Form jedoch recht kompliziert. Er sprach sich daher für bessere Sachkunde der Beschäftigten aus, etwa in Form eines „Hygiene-Führerscheins“. Hübenthal zweifelt an der Wirksamkeit einer Hygiene-Ampel, da schwarze Schafe sich von einer schlechten Bewertung nicht abschrecken lassen. Zudem sei die Aussagekraft gering. So sei nicht nachvollziehbar, wann die Prüfung erfolgt ist und was bemängelt wurde.

Klaus Müller ist Befürworter einer ergänzenden Bundes- oder EU-Zuständigkeit für Lebensmittelkontrolle, weil sich globale Lebensmittelströme dadurch besser kontrollieren ließen. Zudem bemängelte er die unzureichende Information der Verbraucher. Auch Müller sprach sich für einen Sachkundenachweis für in der Lebensmittelbranche Beschäftigte aus.

Michael Radau mahnte ein Umdenken und eine höhere Wertschätzung für Lebensmittel an. Er bemängelte, dass Menschen zu wenig über Lebensmittel wissen und sprach sich für bessere Lebensmittelbildung aus. „Billige Lebensmittel werden uns auf Dauer sehr teuer kommen“, so Radaus These.

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