Digitaler Verbraucherschutz, ja bitte – Internetpranger, nein Danke

Zu den heute von der Landesregierung vorgestellten Zwischenergebnissen der „Appetitlich-App“ für Duisburg und Bielefeld erklärt der verbraucherschutzpolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Henning Höne:

 

„Moderner Verbraucherschutz erfordert mehr und bessere Verbraucherinformationen. Digitaler Verbraucherschutz mit Internet und Smartphone kann Transparenz schaffen und Verbraucher jederzeit bei Kaufentscheidungen unterstützen. Voraussetzung ist aber, dass die angebotenen Informationen tatsächlich eine Entscheidungshilfe bieten. Nach Auffassung der Freien Demokraten im Landtag NRW ist dies beim Gastronomie-Kontrollbarometer allerdings nicht der Fall. Es gaukelt nur Transparenz vor.

Betriebe werden pauschal den drei Farbbereichen Grün, Gelb und Rot zugeordnet auf Grundlage eines Punktesystems zu Hygienemanagement, aber auch Eigenkontrollen und Betriebsführung. Über die tatsächlichen Hygienebedingungen lassen die in der App veröffentlichten Informationen keinen wirklichen Rückschluss zu, denn das vollständige Prüfprotokoll wird nicht veröffentlicht. Daher ist es weiterhin möglich, dass in einem Betrieb, der im oberen ´gelben Bereich´ liegt, bessere Hygienezustände herrschen als in einem noch als `grün´ eingestuften Betrieb, dessen Inhaber ein besseres Personalmanagement betreibt. Solche pauschalen Bewertungen sind daher keine Orientierungshilfe für Verbraucher.

Wenn sogar Verbraucherminister Remmel andeutet, er könne sich vorstellen, künftig als `gelb´ eingestufte Betriebe nicht mehr zu besuchen, zeigt es ganz deutlich: das Kontrollbarometer ist und bleibt ein Internet-Pranger.“

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