Kreistag: Schulen bei Berufswahlorientierung stärken

In der Kreistagssitzung am 29. September 2010 wurde sehr kontrovers über das Thema der Berufswahlorientierung gesprochen. Ein gemeinsamer Antrag von FDP und Bündnis90/Grünen fand nach einer ausführlichen Debatte mit kurzer Unterbrechung leider keine Mehrheit. Worum ging es aber im Detail?

 

Vor einigen Jahren wurde mit Hilfe der Rotarier im Kreis das Projekt "Berufsnavigator" gestartet. Dieses System zur Berufswahlorientierung ist in den letzten Jahren erfolgreich gewachsen, konnte an regionale Gegebenheiten angepasst werden und vielen Jugendlichen bei der Suche nach einem passenden Beruf helfen. Getragen wurde das Projekt vom Kreis, der Bundesagentur für Arbeit, den Volksbanken sowie den Rotariern.

Ziel des Antrages von FDP und Grünen war es keineswegs, dieses erfolgreiche Projekt kleinzureden oder zu verdrängen. Wichtig erschien uns aber, die Schulen selbstständig über die Auswahl des Orientierungssystems entscheiden zu lassen. Schließlich gibt es neben dem Berufsnavigator noch zahlreiche weitere Projekte und Systeme, zum Beispiel von der geva. Gestützt wurde unser Antrag durch eine Studie der Universität Münster, die eine solche Entscheidungsfreiheit der Schulen vorgeschlagen hatte, da keine qualitativen Unterschiede der Systeme festzustellen waren.

Die Abstimmung um den Antrag wurde leider mit 24 zu 22 Stimmen verloren. Dabei waren die Argumente der Gegenseite vor allem an der Finanzierung festgemacht. Es ist zwar richtig, dass die Zusagen von Bundesagentur und Volksbanken für den Berufsnavigator gemacht wurden - die Suche nach weiteren Sponsoren wäre aber sicherlich auch für unseren Vorschlag der Entscheidungsfreiheit für Schulen erfolgreich gewesen.

Ich kann diesem Vorgang trotz der Abstimmungsniederlange etwas positives abgewinnen. Er zeigt nämlich sehr deutlich ein unterschiedliches Politikverständnis. Liberale Politik möchte Berufsorientierung grundsätzlich fördern, möchte den Entscheidern vor Ort (also den Schulen) aber größtmögliche Entscheidungsfreiheit lassen da wir davon überzeugt sind, dass die Fachleute der Schule die richtige Entscheidung treffen werden. Die Gegenseite hingegen möchte auf dem Status Quo beharren und den Aktueren vor Ort die Entscheidung lieber abnehmen.

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