Land lässt den Kreis Coesfeld bei der Inklusion im Stich

„Auf Städte und Gemeinden rollt eine erhebliche finanzielle Belastung zu, weil sich das Land an den Kosten der Inklusion nicht beteiligen will“, kritisiert Henning Höne. Der FDP-Landtagsabgeordnete fordert die Landesregierung deshalb auf, den Gesetzentwurf zur Inklusion zurückzuziehen und zu überarbeiten.

 

Inklusion steht für eine gemeinsame Unterrichtung von Kindern mit und ohne Behinderung in allgemeinen Schulen. Die FDP-Landtagsfraktion setze sich ausdrücklich für das Recht auf Teilhabe von allen Kindern in der Schule ein, so der Coesfelder Höne. „Wir lehnen es aber ab, den Inklusionsprozess zu schnell, ohne qualitative Vorgaben und ohne eine angemessene finanzielle Ausstattung der Kommunen durchzusetzen. Inklusion muss schrittweise und qualitativ gestaltet werden, damit alle Kinder beste Chancen erhalten.“

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts forsa hat ergeben, dass sich 33 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in NRW gegen eine gemeinsame Unterrichtung von Kindern mit und ohne Förderbedarf in allgemeinen Schulen aussprechen. Henning Höne: „Ich fordere die Landesregierung auf, dieses Ergebnis als Weckruf zu verstehen und durch eine qualitative Gestaltung des Inklusionsprozesses für eine höhere Akzeptanz in der Öffentlichkeit zu sorgen.“ Die Umfrage zeige, dass eine zu schnelle Realisierung nicht geeignet sei, um Unterstützung der Öffentlichkeit für dieses Projekt zu gewinnen. Nur 13 Prozent der Bürger wollen den Inklusionsprozess so schnell wie möglich umsetzen. Dahingegen wollen die meisten Bürger, 42 Prozent, die Inklusion schrittweise, also über mehrere Jahre hinweg realisieren.

Die forsa-Umfrage zeigt außerdem: 83 Prozent der Bürger sprechen sich für eine Wahlmöglichkeit der Eltern aus. Dazu Höne: „Eltern können am besten selbst ent-scheiden, ob die beste Förderung in einer Förderschule oder in der allgemeinen Schule gewährleistet werden kann. Dazu müssen wohnortnah erreichbare Förder-schulen als Angebot erhalten bleiben. Der Gesetzentwurf von SPD und Grünen sichert diese Wahlmöglichkeit allerdings nicht ab. Vielmehr befürchten wir, dass viele Kommunen Förderschulen schließen müssen.“

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