Musikfreizeit und Hülshoff-Stiftung

Am gestrigen Montag hat der Ausschuss für Schule, Kultur und Sport des Kreistags Coesfeld getagt. Der Schwerpunkt der Beratungen lag natürlich beim Kreishaushalt. Das zweite "große" Thema war sicherlich die Gründung Hülshoff-Stiftung.

 

Bei den Haushaltsberatungen hatte ich im Vorfeld einige Fragen an die Verwaltung gerichtet. Diese gingen insbesondere auf die verwendeten Kennzahlen und Vergleiche zu Nachbarkreisen ein. So erscheint eine Raumauslastung in einem Berufskolleg von 80% zunächst sehr gut wenn man bedenkt, dass die zahlreichen Fachräume nicht zu 100% genutzt werden können. Ein Vergleich ("Benchmark") zu Nachbarkreisen hilft bei der Bewertung solcher Kennzahlen aber ungemein. Leider - so die Verwaltung - arbeiten unsere Nachbarkreise nicht mit so detaillierten Kennzahlen wie wir. Vorerst müssen wir uns darum auf das eigene Bauchgefühl und die positive Bewertung der Gemeindeprüfungsanstalt verlassen.

Im Bereich der Bildung sollte - so die mehrheitliche Meinung im Kreistag - nicht gespart werden. Vielmehr ist Bildung eine Zukunftsinvestition. Das sehe auch ich so. Trotzdem muss man bereit sein, gerade freiwillige Angebote darauf zu überprüfen, ob sie einen Basisauftrag der Bildung erfüllen, oder eher die "Kür" darstellen. Die Musikfreizeit auf dem Schloss Nordkirchen gehört meiner Meinung nach zur zweiten Kategorie. Ich freue mich darum sehr, dass die Kostendeckungsgrade auf Antrag der FDP-Fraktion von 60% im Jahr 2010 auf 75% im Jahr 2015 schrittweise angehoben werden. Denn: "Kleinvieh macht auch Mist".

Der Gründung einer Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung mit einer Beteiligung des Kreises Coesfeld mit bis zu 500.000 Euro habe ich im Ausschuss gerne zugestimmt. Die Stiftung ist eine einmalige Chance, ein kulturelles Leuchtturmprojekt in die Region zu holen. Das Konzept ist überzeugend. Das beweisen auch die zahlreichen öffentlichen (u.a. das Land NRW, der Landschaftsverband Westfalen-Lippe und die Stadt Münster) und privaten Zustifter. Knapp 20 Millionen Euro sind als Stiftungskapital notwendig. Zu klären ist noch der Anteil der Gemeinde, auf dessen Grund sich die Burg befindet: Havixbeck. Bislang wurden von der Gemeinde 27.000 Euro in Aussicht gestellt. Da aus dem Kreis insgesamt 500.000 Euro notwendig sind, halte ich diesen Anteil für viel zu gering. Man wird abwarten müssen, was die Gespräche in den nächsten Wochen bringen.

Der Kreistag wird den Haushalt aller Voraussicht nach am 14. Dezembe 2011 verabschieden.

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