Medienhype um Privatkredite

Die Allgemeine Zeitung hat für die morgige Ausgabe die Vorsitzenden der Parteien im Kreis Coesfeld gefragt, wie sie das Interview von Bundespräsident Wulff zur Kredit-Affäre beurteilen. Auch ich habe mich hier geäußert.

Vorweg: Ich war und bin kein großer Fan von Christian Wulff.

Gerade im Vergleich mit Horst Köhler oder Joachim Gauck erscheint mir Wulff zwar als der erfahrenere Politiker, aber der viel stromlinienförmigere Mensch. Aus meiner Sicht fehlt das Besondere im Lebenslauf, und auch die spezielle Idee, die eine Amtszeit prägen könnte.

Nichtsdestotrotz sehe ich nicht, dass Christian Wulff zurücktreten sollte. Rein formal scheint es so, als hätte er sich vollkommen korrekt verhalten. Politisch ist das sicher anders zu bewerten. Aber die politischen Fehler hat er eingestanden und sich dafür entschuldigt. Das sollte man anerkennen und respektieren. Es gibt in Deutschland aktuell wahrlich größere Probleme als die Frage nach der Finanzierung des Eigenheims eines ehemaligen Ministerpräsidenten und heutigen Bundespräsidenten.

Ich würde mir darum wünschen, dass diese Debatte - die mit der 150-Euro-Behauptung von Bettina Schausten ihren lächerlichen Höhepunkt gefunden hat - zeitnah beendet wird. Christian Wulff sollte im Jahr 2012 eine Agenda deutlicher erkennen lassen, und die Medien sollten sich auf die wirklichen Probleme in Deutschland konzentrieren: Verschuldungskrise, Generationengerechtigkeit der sozialen Sicherungssysteme, Bildung, Arbeitsplätze, ...

Link: Artikel Allgemeine Zeitung

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